Windschöpfwerk Kachlin, ein Denkmal im Thurbruch
Das Schöpfwerk steht in der Nähe vom Kachliner See. Das Windrad bei Kachlin hat einen Durchmesser von 8,5 m und 27 Windleitbleche Flügel aus Metall. 3 Windanlagen gab es zu Anfang des 20. Jahrhunderts noch im Thurbruch. 1920 wurde das Windrad durch den Gutsbesitzer Rudolf Heydemann aus Kutzow bei Zirchow gebaut, 1926 wurde das Windrad umgesetzt auf den heutigen Standort bei Kachlin. Je nach Windgeschwindigkeit konnte man mit der Windanlage 500 bis 1500 qm Wasser pro Stunde bewegen. Elektrische Pumpen wurden ab 1968 zur Entwässerung im Thurbruch eingesetzt. Nötig war die Trockenlegung, weil das gesamte Gebiet zur Viehzucht und Weide intensiv genutzt wurde. Das Trockenwerk in Labömitz, welches zur DDR Zeiten gebaut wurde, benötigte viel Gras, welches als Viehfutter verwendet wurde. Ohne Entwässerung würden wieder größere Flächen im Thurbruch überschwemmt werden. 1969 sollte das Windrad, weil es nicht mehr genutzt wurde, demontiert werden. Durch die Unterschutzstellung als technisches Denkmal konnte es aber erhalten werden. Silvester 1979 tobte ein starker Sturm über Usedom, dabei wurde das Windschöpfwerk zerstört. Das Windrad lag mehrere Jahre am Boden und verfiel zusehends. 1994/95 wurde das Windschöpfwerk Kachlin komplett saniert. Schöpfwerke dienten hauptsächlich zur Entwässerung oder Bewässerung. Als Antrieb wurde der Wind genutzt, welcher kostenlos zur Verfügung stand. Heute gibt es kaum noch Windräder in der Landwirtschaft. Der Grund wird wohl die Abhängigkeit vom Wind sein. Wenn das Feld trocken ist oder Überschwemmung droht, müsste in diesem Moment auch ein kräftiger Wind blasen.
Eine Bedeutung für eine Entwässerung des Thurbruches hat das Windrad aber heute nicht mehr, es ist mehr oder weniger ein funktionsloses Schaumodel. Heute werden Windräder zur Stromerzeugung eingesetzt, aber auf der Insel Usedom noch nicht. Wer sich für Windmühlen interessiert, auf Usedom gibt es noch 2 gut erhaltene Mühlen in Benz und Pudagla.
Der Name Thurbruch kommt aus dem slawischen und bedeutet Auerochsensumpf. Übrigens gibt es seit 1360 in diesem Gebiet auf Usedom keinen Auerochsen mehr. In Prätenow, in der Mellenthiner Heide, gibt es ein Wisentgehege.