Bilderklau im Internet, Traffic-Klau oder Leeching
Beim Surfen im Internet findet man manchmal Fotos auf anderen Internetseiten, die man selbst hergestellt hat. Normalerweise ist heute nach vielen Jahren Internet bekannt, dass man fremde Bilder nicht verwenden darf, ohne den Autor zu fragen. Meistens ist es nur ein Foto, welches man zufällig auf einer anderen Seite entdeckt. Einen besonders krassen Fall, den ich in dieser Größenordnung noch nicht erlebt habe, entdeckte ich zufällig auf einer Internetseite einer "Firma auf Usedom", welche sich mit der Vermietung von Unterkünften und den Verkauf von Wohnungen beschäftigt. Den Namen möchte ich nicht nennen, letztendlich ist man nur ein Kleinunternehmen, aus Furcht vor Rechtsanwälten und sonstigen Konsequenzen, wenn man eventuell den Namen öffentlich macht. In der Regel werden von den Foto Rechteinhabern Rechnungen von mindestens 200 Euro pro Bild und mit Copyright Entfernung das Doppelte pro Bild für die unberechtigte Nutzung von Fotos im gewerblichen Bereich verlangt. Von der Summe, die möglich wäre, könnte man einige Zeit seinen Unterhalt bestreiten. Dass die Betreiber der Internetseite wussten, die meine Bilder verwendeten, wie es mit Bilderrechten läuft, war daran zu erkennen, dass die Copyright Informationen teilweise aufwendig mit einer Bildbearbeitung entfernt wurden.
Ein Rechtsklick und das Foto ist auf einer anderen Webseite. Man sollte es aber nicht machen, ohne den Autor des Fotos zu fragen. Wird das Bild Komplet auf den eigenen Server gespeichert, ohne das man die Fotorechte hat, wird das als Bildklau bezeichnet. Als Traffic-Klau oder Leeching wird, bezeichnet, wenn das Bild über einen Link vom anderen Server auf die eigene Webseite eingefügt wird. Dadurch kann man die Kosten für die Herstellung des Fotos sparen.
Was kann man machen bei Bilderklau im größeren Umfang durch Firmen und gewerbliche Nutzer?
Ich empfehle jeden Betroffenen von Bilderklau, als Erstes in Ruhe die entsprechenden Seiten als Beweis offline zu sichern, einen Screenshot zu machen und zusätzlich einen Ausdruck der Seiten. Nur wer sich beschimpfen und hinhalten lassen möchte, kann danach in Kontakt mit dem anderen Webmaster der Firma oder dem Laut Impressum Verantwortlichen treten. Ein wenig Wartezeit sollte man schon einplanen, wenn man dann als Betroffener am Telefon hört, wir kontaktieren erst mal unsere Rechtsanwälte, könnten Sie sich noch einmal in einer Woche melden. Ein besonders guter Tipp: schicken sie uns doch bitte als Beweis die originalen Fotos zum Begutachten, damit wir feststellen können, ob Ihnen die Fotos tatsächlich gehören. Wenn sich dann schon angeblich mehrere Rechtsanwälte und Experten im Fotorecht und Urheberrecht mit dem Fall von Bilderklau beschäftigen, kann man sich denken, dass alles möglich ist, nur keine Entschädigung für die Nutzung der Fotos. In der Regel setzt sofort auf der anderen Seite hektische Betriebsamkeit ein, die fraglichen Fotos werden sofort von der Homepage gelöscht. Gehe mal davon aus, wenn viele Deiner Bilder verwendet wurden, dass Du es mit "skrupellosen Kollegen" zu tun hast.
Treffe, nachdem alle Beweise gesichert vorliegen, jetzt die Entscheidung, ob Du zum Rechtsanwalt mit Erfahrung im Internetrecht gehst oder die ganze Sache einfach vergisst. Selbst wirst Du kaum Chancen haben, wenigstens eine kleine Entschädigung zu bekommen. Du bist sicher, das es Deine Fotos sind, kannst aber nichts machen, weil der Kollege einfach keinen Anstand hat und die Rechtslage respektiert. Zu empfehlen ist trotz alle dem die Ausstellung einer Rechnung für die Nutzung der Bilder, damit der Bilderklau nicht gleich verjährt.
Liebe Webmaster bleibt fair zueinander.
Täglich gibt es neue Webseiten über die Insel Usedom und zu erwarten ist, das die Konkurrenzsituation nicht besser wird. Lohnt sich der Diebstahl eines Fotos wirklich, um besser in den Suchergebnissen dazustehen?
Um ein wenig Verständnis für die Situation der Fotografen und Kleinunternehmen zu wecken
Die Fotografen warten, bis die passende Unterkunft fertig ist an der Ostsee. Nachdem der Bildermacher eine passende Übernachtung gefunden hat, steigt er in ein Auto, das scheinbar herrenlos unter einer Laterne steht und fährt zur Küste. Übernachtet, ohne zu bezahlen, weil er dachte, an der Küste ist alles umsonst und es merkt ja niemand in der weit weiten welt. Keiner könnte bei diesem Geschäftsmodell mehr Ferienwohnungen und Hotels bauen und vermieten und ohne uns gäbe es keine Fotos mehr, wenn wir umsonst arbeiten müssten, weil unsere Fotos gestohlen werden. Nur die Krankenversicherung kostet monatlich fast 400 Euro, auch für Kleinunternehmen.