Naturereignisse auf den Inseln Usedom und Wollin

Im Winterhalbjahr ist die Zeit der Stürme und damit des Hochwassers auf den beiden Ostseeinseln. Wer die Ostsee bisher nur in der Sommersaison gesehen hat, ist erstaunt, welche Kraft das Wasser haben kann. Sturmfluten kamen auf der Insel Usedom schon öfters vor, sie können sehr großen Schaden anrichten. Wenn der Wind aus nördlicher bis nordöstlicher Richtung kommt, drückt das Wasser voll auf die Dünnen und Deiche. Das Wasser dringt in Peenestrom und Swine ein, so das auch die Wasserstände im Achterwasser und im Haff steigen können. Im November 1872 tobte auf der Insel Usedom eine verheerende Sturmflut mit Wasserständen bis 3 m über Normalnull. Über diese Sturmflut wurde deutschlandweit in der Presse berichtet. Die Ortschaft Damerow zwischen Koserow und Zempin wurde infolge des Sturmes zerstört. Schwere Sturmfluten kommen an der Ostsee rund alle 20 Jahre einmal vor. Eine Sturmflut im Februar 1625 soll an der Ostsee 9100 Tote gefordert haben. Sturmfluten wird es wohl in Zukunft häufiger geben, weil der Wasserstand in den letzten 150 Jahren um 20 cm in der Ostsee gestiegen sein soll. Wichtig ist der Küstenschutz auf Usedom. Deshalb werden größere Summen für den Deichausbau bereitgestellt und regelmäßig werden die Buhnen erneuert. Wenn nichts gegen den Sandabtrag unternommen werden würde, könnte das wichtigste Kapital der Ostseestrand an vielen Strandabschnitten immer schmaler werden.

Sturm Ostsee

Auf der Heringsdorfer Seebrücke bei Sturm. Die Brücke steht auf verhältnismäßig hohen Pfählen und hat nach einem Sturm selten einen Schaden. Oft sind an den anderen Seebrücken nach einer Sturmflut bis zur nächsten Saison umfangreiche Reparaturarbeiten durchzuführen.

Sturm auf Usedom Ostsee

Foto von der Seebrücke Bansin bei einem mittleren Sturm. Die Fischerboote werden zu den Stranddünen, zum Schutz vor Zerstörung hochgezogen. Fischfang in der Ostsee ist nicht mehr möglich.

Zerstörte Steilküste

Nach einem starken Sturm werden oft größere Mengen Sand an der Usedomer Steilküste abgetragen. Davon profitiert der Strand in Swinemünde, weil er breiter wird.

Küstenschutz Usedom

Für den Küstenschutz wird meistens das Winterhalbjahr genutzt, um den Badebetrieb so wenig wie möglich zu stören. Mit Buhnen und Steinwällen soll die Überflutung der Küste verhindert werden.