Gedenkstätte Golm auf der Insel Usedom Kamminke bei Swinemünde

Die Gedenkstätte auf dem Golm liegt in der Nähe von Kamminke am Stettiner Haff. Über 23000 Menschen? fanden auf dem Golm ihre letzte Ruhe. Neuere Forschungen gehen aber zurzeit von weniger Toten aus. 1943 wurde auf dem Golm ein Soldatenfriedhof angelegt, für verstorbene Soldaten aus Swinemünder Armeekrankenhäuser und von den Lazarettschiffen, Opfer von Flugzeugabstürzen, aus einem versenkten U-Boot und von anderen Kriegsschiffen. In der Umgebung von Swinemünde gab es viele militärische Stützpunkte und Munitionslager. Verwundetentransportschiffe aus den Ostgebieten legten im Hafen von Swinemünde an, um Verletzte von der Front in Krankenhäuser weiter zu behandeln. Am 12. März 1945 zum Ende des 2. Weltkrieges griffen 671 amerikanische Bombenflugzeuge Swinemünde an. Die Stadt an der Ostsee war überfüllt mit Flüchtlingen aus den östlichen Kriegsgebieten. Durch den Bombenabwurf starben in den Mittagsstunden Tausende Menschen. Über 10000 tote Menschen wurden mit Pferdewagen und Lastkraftwagen zum Golm gebracht. Viele waren bis zur Unkenntlichkeit Verbrand und konnten nicht mehr identifiziert werden. Die meisten Menschen wurden in großen Gemeinschaftsgräbern bestattet.

Massengräber Golm auf Usedom Soldatenfriedhof Swinemünde auf Usedom
Golm Friedhof. Blick über den Friedhof. Im Hintergrund ist die Ausstellung über die Geschichte des Golms zu sehen.

Im Vordergrund ist eine Gedenktafel zur Erinnerung an die Ereignisse in Swinemünde zu sehen. Rund 1500 Soldaten sollen ihre letzte Ruhestätte auf dem Soldatenfriedhof gefunden haben.

ausstellung Kriegsgräber Golm Gedenkstätte Golm Usedom Ausstellung
In dieser Ausstellung können sie sich über die Geschichte des Golms informieren. Viele Informationen über den 2. Weltkrieg in der Region Usedom Wollin sind auch mit originalen Fotos dargestellt worden.

Aufgezeigt werden viele Orte auf Usedom, welche militärisch genutzt wurden. In der Begegnungsstätte, in der ehemaligen Schule in Kamminke befindet sich ein Archiv zur Geschichte der Kriegsgräberstätte Golm. Im Jahr 2016 wurde die Ausstellung über die Geschichte vom Golm auf Usedom neu gestaltet. Ursprünglich war der Golm ein beliebtes Ausflugsziel in der Umgebung von Swinemünde. Am Aussichtspunkt gab es eine Gaststätte, Onkel Toms Hütte. Unterhalb vom Golm gab es sogar mal eine Haltestelle der Eisenbahn.

Soldatenfriedhof Golm auf Usedom bei Swinemünde Gendenken an die Kriegsopfer auf dem Golm
Gedenkveranstaltung zum Volkstrauertag in Kamminke. Erinnerung an die Opfer des 2 Welkriegs.

Jedes Jahr findet im März auf dem Golm zur Erinnerung an die Bombardierung von Swinemünde eine Gedenkveranstaltung statt. Aus Richtung Bansin fährt ein Sonderbus zur Gedenkfeier auf dem Golm in Kamminke. Der Bansiner Bildhauer Rudolf Leptien schuf 1952/53 die Plastik "Die frierende Frau im Soldatenmantel". Diese Frau durfte damals nicht aufgestellt werden. Weil der Bildhauer Leptien nach Westberlin gegangen war. 1984 wurde die Statue auf Leptiens Grundstück in Bansin gefunden und auf dem Golm gestellt. In Karlshagen befindet sich eine Gedenkstätte für Kriegsopfer. In der näheren Umgebung befindet sich in Kaseburg für einen abgeschossen britischen Bomber ein Fliegerdenkmal und in Ahlbeck ein sowjetisches Ehrenmal für gefallene russische Soldaten im 2. Weltkrieg auf Usedom.

Gedenkstätte Golm auf Usedom Gedenktafeln auf dem Golm Kamminke
Dass nie eine Mutter mehr ihren Sohn beweint. Gedenktafeln zur Erinnerung an Gestorbene beim Bombenangriff auf Swinemünde.

1975 errichtete der Rostocker Bildhauer Wolfgang Eckhard den Rundbau aus Beton. "Das nie mehr eine Mutter mehr ihren Sohn beweint", dieser Spruch von Johannes R. Becher sollte alle Menschen zum Nachdenken anregen. Bei unserem letzten Besuch der Kriegsgräberstätte im Herbst 2010 in Kamminke waren die Erinnerungstafeln entfernt worden. Der Grund könnte sein, weil die Gedenktafeln aus Bronze sind, für die sich Metallsammler interessieren. Auf Bronzetafeln sind 1667 bekannte Namen von Verstorbenen aufgezeichnet. Am 12. März 1992 wurde eine Interessengemeinschaft Golm gegründet. Ab 1. März 2000 wurde die Kriegsgräberstätte vom Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge übernommen. Ein Jahr später im Jahr 2001 wurde eine Information über den Golm errichtet. 2005 wurde die Interessengemeinschaft Golm aufgelöst. In der Jugendbegegnungsstätte in Kamminke finden Veranstaltungen zum Thema Geschichte des Golms statt und es gibt Übernachtungsmöglichkeiten für interessante Klassenfahrten auf die Insel Usedom. Zum Volkstrauertag findet eine Gedenkveranstaltung auf dem Golm in Kammike statt.

Weitere Ausflugsziele in der Umgebung auf der Insel Usedom und der polnischen Insel Wolin

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