Hochwasser Ostsee auf Usedom
Sturm Ostsee Schäden
Strand im Sommer

Naturereignisse Inseln Usedom und Wollin Polen

Im Winterhalbjahr ist die Zeit der Stürme und damit des Hochwassers auf den beiden Ostseeinseln in Deutschland und Polen. Wer die Ostsee bisher nur in der Sommersaison gesehen hat, ist erstaunt, welche Kraft das Wasser haben kann. Große Sturmfluten kamen auf der Insel Usedom und Wollin schon mehrmals vor, sie können sehr großen Schaden anrichten. Wenn der Wind aus nördlicher bis nordöstlicher Richtung kommt, drückt das Wasser voll auf die Dünnen und Deiche, weil die beiden Insel an der pommerschen Bucht liegen. Das Wasser dringt in der Dziwna, den Peenestrom und Swine ein, so dass auch die Wasserstände im Achterwasser, in der Krumminer Wiek und im Kleinen Haff stark steigen können. Sturmfluten wird es wohl in Zukunft häufiger geben, weil der Wasserstand in den letzten 150 Jahren um 20 cm in der Ostsee gestiegen sein soll.

Sturm Ostsee

Auf der Seebrücke Heringsdorf bei Sturm. Die Brücke steht auf verhältnismäßig hohen Pfählen und hat nach einem Sturm selten einen Schaden. Oft sind an den anderen Seebrücken auf Usedom nach einer Sturmflut bis zur nächsten Saison umfangreiche Reparaturarbeiten durchzuführen. Wichtig ist deshalb der Küstenschutz auf Usedom und der polnischen Insel Wolin. Deshalb werden größere Summen für den Deichausbau bereitgestellt und regelmäßig werden die Buhnen auf der Ostseeseite erneuert. Wenn nichts gegen den Sandabtrag unternommen werden würde, könnte das wichtigste Kapital der Ostseestrand an vielen Strandabschnitten immer schmaler werden. An der Ostseeküste wird ein Wasserstand von 1,00 bis 1,25 Meter über den mittleren Wasserstand als Hochwasser bezeichnet. Auf Usedom befinden sich ein automatische Pegelmesssstand an der Ostsee in Koserow an der Seebrücke. In Karnin befindet sich eine Wasserstand Messstation für das Kleine Haff.

Sturm auf Usedom in Bansin Ostsee

Foto von der Seebrücke Bansin bei einem mittleren Sturm. Die Fischerboote werden zu den Stranddünen, zum Schutz vor Zerstörung hochgezogen. Fischfang in der Ostsee ist nicht mehr möglich.

Zerstörte Steilküste auf Usedom

Nach einem starken Sturm werden oft größere Mengen Sand an der Steilküste abgetragen. Davon profitiert der Strand in Swinemünde, weil er breiter wird.

Küstenschutz Usedom unterhalb vom Streckelsberg

Für den Küstenschutz am Streckelsberg wird meistens das Winterhalbjahr genutzt, um den Badebetrieb so wenig wie möglich zu stören. Mit Buhnen und Steinwällen soll die Überflutung und der Abtrag von Strandsand der Küste verhindert werden.

Peenetal Moor bei Zecherin

Wer über Anklam auf die Insel Usedom bei Zecherin fährt, sieht kurz bevor er auf die Insel Usedom fährt auf beiden Seiten der Bundesstraße 110 oft überschwemmte Wiesen. In den letzen Jahren haben die Überschwemmungen meiner Meinung nach deutlich zugenommen. Das Gebiet wird als Unteres Peenetal Peene-Talmoor bezeichnet. Da auch der Berlin-Usedom-Radweg dort vorbeiführt, ist der Radweg oft überschwemmt und nicht mehr nutzbar. Als der Fahrradweg gebaut wurde, habe ich selten eine Überflutung des Radweges gesehen. Aus meiner Sicht kann man hier deutlich sehen, dass der Meerspiegel der Ostsee im Laufe der Zeit langsam steigt.

Wintersturm Heringsdorf

Nach einem Wintersturm am Strand Heringsdorf, teilweise wurden die Dünen abgetragen und die Strandzugänge sind unbenutzbar. Durch den Sandabtrag durch die Ostseewellen entsteht eine kleine Steilküste.

Koserow auf Usedom Seebrückern Reparatur

Gesperrte Seebrücke in Koserow. Fast jedes Jahr das gleiche, ein kräftiger Herbststurm hat wieder Teile vom Steg kaputt gemacht. Vermutlich hat man bei der Planung nicht an die Wellenhöhe und die zerstörerische Kraft der Wellen gedacht, die bei einem Sturm entstehen kann.

Sandsturm Wolgaster ort

Blick über die Krumminer Wiek auf einen Sandsturm zwischen Ziemitz und Neeberg. Das gepflügte Feld ist ausgetrocknet und ein starker Wind bläst den Boden weg.

Betonpromanade

Neue Strandpromenade auf Usedom in Zempin. Für Urlaubsgäste ideal, befestigte Wege, Bäume die den Blick auf den Strand stören sind weg. Links befindet gleich die Ostsee. Im Hintergrund ist der Küstenwald zusehen. Neben den vermutlich abgeholzten Bäumen wurden vermutlich auch die Schutzdünen abgetragen und durch Beton ersetzt. Ich kann mir nicht vorstellen, das das auf Dauer gut geht, besonders wenn man weiß das nur wenige Kilometer weiter bei Damerow die Ostsee schon zum Achterwasser durchgebrochen ist und dabei ein Dorf zerstört hat. Wenn ich in der nähe, der neuen Promenade wohnen müsste und die Bäume als Windschutz wären weg, könnte man wohl kaum ruhig schlafen bei einer Wetterwarnung für ein Sturmhochwasser. Ein Küstenschutz aus großen Bettenburgen aus Beton in den Dünnen würden mich keine Sicherheit geben. Da liebe ich die herkömmlichen Bäume und Sträucher im Küstenwald, den es leider immer weniger gibt.

Denkmal Sturmflut Damerow

Nur wenige Kilometer (rund 3) weiter von der neuen Promenade in Zempin (Foto oben) befindet sich ein Denkmal über ein ehemaliges Dorf auf Usedom.

Ostsee Hochwasser Sturmflutkategorien

Sturmflut 1 Meter bis 1,25 Meter über mittlerem Wasserstand.
Mittlere Sturmflut ab 1,25 Meter bis 1,5 Meter
schwere Sturmflut ab 1,5 Meter bis 2,00 Meter
sehr schwere Sturmflut mehr als 2,00 Meter über mittleren Wasserstand.

Größere Sturmhochwasser Küste auf Usedom

Im November 1872 tobte auf der Insel Usedom eine verheerende Sturmflut mit Wasserständen bis 3 Meter über Normalnull. Über diese Sturmflut wurde deutschlandweit in der Presse berichtet. Die Ortschaft Damerow zwischen Koserow und Zempin wurde infolge des Sturmes zerstört. Schwere Sturmfluten kommen an der Ostsee rund alle 20 Jahre einmal vor. Eine Sturmflut im Februar 1625 soll an der Ostsee 9100 Tote gefordert haben.

Am 10.1.2010 gab es ein größeres Sturmtief Daisy, welches auch auf Usedom größere Schäden anrichtete. Auf Usedom wurde Katastrophenalarm ausgelöst. Der Schulbetrieb wurde 2 Tage eingestellt. Mehrere Orte waren durch Schneewehen von der Außenwelt abgeschnitten.

Am 23.08.2010 trat eine Windhose auf Usedom auf. Der Wirbelsturm richtete größere Schäden auf dem Nepperminer Campingplatz im Usedomer Hinterland an. Die Schäden vom Tornado auf dem Zeltplatz in Neppermin sollen über 10 000 Euro betragen haben.

In der Nacht vom 5. zum 6.10. 2016 drückt ein Nordostwind Hochwasser an die Ostseeküste von Usedom. In Zempin drohte ein Durchbruch der Stranddüne. Mit drei Lkws mit Sand konnte eine Überflutung von Häusern verhindert werden.

5.1.2017 Größere Schäden an den Dünen auf Usedom durch Sturmflut Axel mit Wasserständen über 1,50 über Normalnull. Besonders in Zempin traten größere Schäden durch Sandabtrag auf. Es wurde für die Küste von Usedom Hochwasser Alarmstufe 3 ausgerufen.

Auch wenn das Wetter an Ostsee einmal nicht so schön ist, lohnt es sich einen Strandspaziergang zu machen.

Urlaubsorte an der Ostsee auf der Insel Usedom Vorpommern und der polnischen Insel Wolin Westpommern

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