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Peenemünde nach Jahren
Die Chronik von Peenemünde ist wieder eine Jahresliste. Die Titelzeile beginnt mit Geschichte Pennemünde, mit zwei n. Die Überschrift im Text lautet Geschichte von Peenemünde. Hinter mehreren Zeilen steht die Klammer 30, hinter späteren Meldungen die Klammer OZ. Beides bleibt unaufgelöst.
Von der Schenkung bis nach Preußen
1282 erste urkundliche Erwähnung. Das Gelände wird an Wolgast verschenkt anlässlich der Verleihung des lübischen Stadtrechts durch den Herzog Bogislaw IV. Der Schwedenkönig Gustav II. Adolf landet mit 16 Schwadronen Reiterei und 92 Kompanien Fußvolk bei Peenemünde. Die rund 15.000 Mann besetzen die ganze Insel Usedom und das Odergebiet. Ein Jahr steht bei dieser Landung in der Liste nicht über der Zeile. Sie folgt auf 1282 und steht vor 1633.
Am 16. November 1632 fiel Gustav II. Adolf bei Lützen. 1633 wurde er über Peenemünde nach Schweden überführt. Danach gehört Peenemünde zu Schweden. 1672 heißt der erste Peenemünder Vogt Johann Brehm. 1708 großer Waldbrand in der Peenemünder Heide. Nach dem Ende des Nordischen Krieges gehört Peenemünde zu Preußen. Ein Jahr für diesen Wechsel setzt die Liste nicht neben den Satz.
1822 leben 291 Einwohner in Peenemünde. Die Übersichtsnotiz nennt für Swinemünde rund 40.000 Einwohner und für Peenemünde keine Zahl. 1876 wurde die Friedhofskapelle gebaut, heute Gedächtniskapelle. Sie blieb als einzige vom einzigen Dorf Peenemünde übrig. Das Dorf wurde durch den Bau der Heeresversuchsanstalt beseitigt. Die Zeile schreibt Herresversuchsanstalt, mit einem r zu wenig, und setzt die Klammer 30.
Flut, Stein und das Ende des Dorfs
1872 große Sturmflut, das Wasser stand 2,40 über normal. Die Einheit hinter 2,40 schreibt die Zeile nicht. 1925 wird der Peenemünder Haken Naturschutzgebiet. 1930 Errichtung des Gustav-II.-Adolf-Gedenksteins in der Nähe der Gedächtniskapelle. Die Inschrift lautet: Verzage nicht, Du Häuflein klein.
Peenemünde war von 1282 bis 1936 im Besitz der Stadt Wolgast. 1936 Bau der Heeresversuchsanstalt und Zwangsevakuierung der Einwohner. Nur fünf Einwohner sollen im Ort verblieben sein. Die Anschlussbahn Werkbahn Peenemünde wird eröffnet. Der erste Abschuss einer A-3 war ein Versager. Das erste Flugzeug landet auf dem neuen Flugplatz. Die Liste setzt diese Sätze unter 1936, ohne Tage.
Im November 1939 wird der Überschallkanal in der Heeresversuchsanstalt in Betrieb genommen. Über 4 Mach ließen sich erzeugen. Ein Kohlestaubkraftwerk wird ans Netz geschaltet, Leistung 30 Megawatt. Die Zeile schreibt wieder Herresversuchsanstalt. Eine Rakete A 4 startet vom Prüfstand VII. Sie fliegt 190 km weit und über 84 km bis an den Rand des Weltalls. Damit begann das Zeitalter der Raumfahrt, schreibt die Zeile in demselben Satz. Höchstgeschwindigkeit 5500 km. Die Einheit Stunde hängt die Zeile an die 5500 nicht.
Angriff, Flucht und die letzte A-4
Eine Zeile beginnt mit 17 und einem Schrägstrich und bricht ab: Bomberangriff auf Peenemünde, 735 Tote, unterschiedliche Angaben. Eine weitere Zeile sagt 2.000 Menschen Tod durch Bombenangriff. Eine dritte sagt nur Bombenangriff. Die Chronik stellt die Zahlen untereinander und gleicht sie nicht ab. Den vollen Tag hinter 17./ setzt sie nicht.
Dem sowjetischen Kriegsgefangenen M. P. Dewjatajew gelingt die Flucht mit 9 weiteren sowjetischen Häftlingen in einem deutschen Bombenflugzeug vom Typ HE 111 aus Peenemünde. In Peenemünde startet die letzte Rakete vom Typ A-4 um 17.40 Uhr. 282 Raketen wurden in Peenemünde gestartet, davon 175 vom Prüfstand VII. Sowjetische Soldaten besetzen Peenemünde. Demontage der Anlagen durch die Rote Armee. Sowjetische Militärflieger auf dem Flugplatz. Jahre stehen bei diesen letzten Sätzen des Krieges in der Liste nicht in jeder Zeile.
1951 Seepolizei der DDR im Haupthafen. 1952 Übergabe des bis dahin sowjetischen Marinestützpunkts und des Luftwaffenstützpunkts an die NVA. 1956 Seestreitkräfte der DDR, Flottenbasis, und der Flugplatz erhält eine neue Landebahn. 1958 wird der Flugplatz durch die NVA genutzt, vorher von der Roten Armee. Das Jagdgeschwader 9 Heinrich Rau wird nach Peenemünde verlegt. Die Notiz zur Hubbrücke hat eine andere Gleisgeschichte, bis 1948 und den Flugplatz Garz.
Nach dem Sperrgebiet
1962 verlassen die letzten russischen Soldaten Peenemünde. 1963 wird der Angelverein gegründet. 1970 wird eine Mahn- und Gedenkstätte geschaffen, vom Usedomer Künstler Klaus Rößler, Klammer 30. 1989 Ende des Flugdienstes von Jagdgeschwader 9. Das militärische Sperrgebiet wird aufgelöst. 830 Menschen lebten in Peenemünde. 1990 Ende der Militärzeit, Peenemünde ist wieder für Besucher zugänglich. Auflösung des Jagdgeschwaders, Stilllegung des Kraftwerks. Durch Rückzug und Auflösung der Armee gab es sehr viel Arbeitslose. Die Zeile schreibt sehr viel, keine Zahl.
Das Historisch-Technische Informationszentrum wird eröffnet. Die Kapelle wird nach Rekonstruktion Mahn- und Gedenkstätte. Der Marinestützpunkt wird geschlossen. Gründung der Freiwilligen Feuerwehr. Erster Wehrführer bis 1998 war Rüstow. Der Hafenbereich ist wieder öffentlich zugänglich. Später Wehrführer Peter Gößinger. 1999 wird im Hafen ein U-Boot-Museum eröffnet. 2000 wird die Phänomenta eröffnet, Phänomene aus Natur und Umwelt.
2003 wird Daniel Gorozolla neuer Wehrführer. Im April 2005 müssen Hundehalter 50 Euro für den ersten Hund, 75 Euro für den zweiten und 100 Euro für den dritten bezahlen. Gefährliche Hunde kosten 400 Euro im Jahr. Die Zeile sagt nicht, an welche Kasse. 2005 besuchen rund 100.000 Menschen die Phänomenta, Klammer OZ. 2006 wird Christian Mühldorfer-Vogt neuer Chef im Historisch-Technischen Informationszentrum. Er löste Dirk Zache ab. Eine Walterschleuder für das Raketenmuseum ist aus dem niederländischen Twente gekommen. Sie diente im Zweiten Weltkrieg zum Abschuss von F 103 Flügelbomben, wieder OZ.
Was die Liste offen lässt
Die Landung Gustav Adolfs, der Übergang an Preußen und mehrere Kriegszeilen tragen kein volles Datum. Die 735 Toten und die 2.000 Toten stehen beide in der Liste. Die Höchstgeschwindigkeit bleibt bei 5500 km. Die fünf Einwohner, die 1936 geblieben sein sollen, sind mit dem Wort sollen gesetzt. Die Ückeritzer Liste nennt für 1945 Namen von Personen im Ort. Die Peenemünder Liste nennt für die Räumung keine Namen der Evakuierten.
Rüstow ist bis 1998 Wehrführer, ohne Vornamen. Gößinger und Gorozolla haben Vornamen. Dewjatajew steht mit den Initialen M. P. Klaus Rößler ist der Künstler der Stätte von 1970. Die Walterschleuder kommt aus Twente, und die Zeile sagt nicht, in welchem Monat 2006 sie ankam. Die Phänomenta und das Informationszentrum sind zwei Eröffnungen, 1990 und 2000, nicht eine.
Die Sturmflut von 1872 und der Waldbrand von 1708 bleiben je ein Satz. Eine Höhe der Flamme oder eine Fläche der Heide steht nicht dabei. Der Haken ist seit 1925 Naturschutzgebiet, ohne eine Hektarzahl. Wer die 291 Einwohner von 1822 neben die 830 von 1989 stellt, stellt zwei Zeilen nebeneinander. Die Liste zieht daraus keine Kurve.
Fragen
Wie schreibt die Titelzeile den Ortsnamen?
Pennemünde, mit zwei n. Die Überschrift im Text schreibt Peenemünde.
Was steht zur Geschwindigkeit der A 4?
Höchstgeschwindigkeit 5500 km. Die Zeile hängt keine Stunde an die Zahl. Die Flugweite in derselben Meldung ist 190 km, die Höhe über 84 km.
Welche zwei Totenzahlen stehen beim Bombenangriff?
735 Tote, mit dem Zusatz unterschiedliche Angaben, und 2.000 Menschen. Der Tag beginnt mit 17./ und wird nicht zu Ende geschrieben.