Erdölpumpe auf Usedom

Erdölförderung auf dem Gnitz Insel Usedom

Seit dem 20.3.1966 zur DDR-Zeit wird auf dem Gnitz Erdöl gefördert. Damals wurden im Jahr rund 220000 Tonnen aus 21 Förderstellen auf der Halbinsel gefördert. 2006 sind noch 7 Pumpanlagen in Betrieb, welche rund 8000 Tonnen schwarzes Gold aus einer Tiefe von 2600 Metern fördern. Seit der Gründung bis zum Jahr 2006 wurden rund 1,3 Millionen Tonnen Erdöl aus der Erde geholt. Das Erdöl wird heute zur Raffinerie nach Schwedt mit Tankwagen gebracht und dort weiter verarbeitet. Ein Transport, wie zur DDR Zeit mit Tankschiffen lohnt sich nicht. Die Central European Petroleum GmbH CEP hat im März 2016 mitgeteilt, das die Erdölförderung zur Zeit unwirtschaftlich ist. Die Erdölfirma baut deshalb ihre Bohrlöcher zurück. Die Insel Görmitz wurde mit einem Erddamm verbunden, damit die Bohrtechnik auf die Insel transportiert werden konnte. Durch Probebohrungen wurden schon zur DDR Zeit größere Erdölvorkommen unter dem Achterwasser nachgewiesen. Zum Ende der 70 Jahre im 20.Jahrhundert wurde an einem Tag über 1000 Tonnen Erdöl aus der Erde gepumpt. Während der DDR Zeit haben viele Menschen in der volkseigenen Erdölfirma VEB Erdöl-Erdgas Grimmen eine Arbeitsstelle in Lütow gehabt. Das meiste Öl, das in der DDR gebraucht wurde, kam aus der Sowjetunion in der Erdölleitung der Freundschaft nach Schwedt an der Oder. Da für das Erdöl viele Devisen gebraucht wurden, versuchte man sich mit einer eigenen Förderung unabhängiger zu machen.

Erdöl Gnitz Insel Usedom

Erdölpumpe auf dem Gnitz. Zu DDR Zeiten wurde der Hafen in Netzelkow ausgebaut und das Öl mit Schiffen zur Verarbeitung in die Raffinerie nach Schwedt gebracht.

Erdöl Gnitz auf Usedom Förderpumpe

Eine Gestängetiefpumpe wird gebraucht, wenn das Erdöl auf Usedom nicht von alleine durch natürlichen Überdruck an die Erdoberfläche kommt. Von manchen werden diese Pumpen auch als Pferdekopfpumpen bezeichnet. Damit kann das Öl, aus bis zu 2500 Metern Tiefe, gefördert werden. Die Erdölpumpen laufen relativ langsam und erinnern an das Nicken eines Pferdekopfes.

Erdölbpohrung Usedom

Im Jahr 2011 wurde mit einer Probebohrung bei Pudagla auf Usedom begonnen. Durch diese Bohrung soll geprüft werden, ob eine wirtschaftliche Förderung von Erdöl auf Usedom möglich ist. Die Erdgas Förderung am Schloonsee in Bansin auf Usedom sollte nach der Wende wieder aktiviert werden. Es gab aber Proteste, hauptsächlich aus der Tourismusbranche.

KrAZ LKW aus der Sowjetunion Kranauto

Zur DDR Zeit wurden hauptsächlich zur Erdölförderung auf Usedom hauptsächlich Fahrzeuge vom Typ KrAZ LKW aus der Sowjetunion eingesetzt. Die Lastwagen wurden in Krementschuker Automobilwerk in der sowjetischen Stadt Krementschuk, die heute in der Ukraine liegt, hergestellt. Auf dem Foto könnte ein KrAZ-214 zusehen sein, der in viele sozialistische Länder exportiert wurde.

Plattenstraße aus Betonelementen zur Erdölförderung auf dem Gnitz Usedom

Damit die schweren Fahrzeuge, die zur Erdölförderung auf Usedom nicht in den Boden einsacken, wurden Straßen aus Betonfertigteilen gebaut. Zur DDR Zeiten standen auch an anderen Stellen auf Usedom Bohrtürme, am Schloonsee in Bansin und in den Dünen am Grenzübergang in Ahlbeck. Aus dieser Zeit ist die Plattenstraße vom Grenzparkplatz Ahlbeck zum Hundestrand an der Grenze zwischen Deutschland und Polen.