Karnin auf Usedom Hubbrücke über Peenestrom

Eisenbahnhubbrücke Karnin Peenestrom Usedom

Sie wurde 1933 als Bindeglied zwischen dem Festland und der Insel Usedom fertiggestellt. Die Eisenbahnhubbrücke überquert den Peenestrom zwischen Kamp und Karnin auf der Bahnlinie von Ducherow nach Swinemünde. Damals war sie die modernste Eisenbahnbrücke in Europa. Am 29.04 1945 zum Ende des 2. Weltkriegs wurde die Hubbrücke gesprengt. Dadurch wurde die Verbindung der Eisenbahn von der Insel Usedom zum Festland getrennt. Bis 1948 wurden die vorhandenen Gleisanlagen noch für die Versorgung des Flugplatzes Garz und zum Abtransport von Reparationsgütern durch die russische Besatzungsmacht genutzt, danach wurden die Gleisanlagen bis nach Karnin demontiert. 1990 wurde die Brücke unter Denkmalsschutz gestellt. Durch diesen Status wurde der Abriss verhindert. Heute ist nur noch das Hubteil zu sehen. Schön wäre es, wenn über diese Eisenbahnbrücke wieder Züge fahren würden. Besonders im Sommer ist auf den Inselstraßen der dichte Autoverkehr oft unerträglich. Schon viele Jahre gibt es Bemühungen wieder eine Eisenbahn von Berlin nach Usedom über Karnin fahren zu lassen. Diese Verbindung würde auf alle Fälle die Fahrzeit an die Ostsee verkürzen. Möglich waren schon einmal Fahrzeiten von Berlin nach Heringsdorf von rund 2,5 Stunden, und das mit Dampfloks. Die Wiederaufnahme des Eisenbahnverkehrs über die ehemalige Brücke könnte der Urlaubsregion neue Impulse geben.

Karnin Hubbrücke mit Personenfähre für Fahrräder

Zusehen ist auf dem Foto die Fahrradfähre von Usedom zum Festland in Kamp, Mecklenburg Vorpommern. Die erste Eisenbahnbrücke stand an dieser Stelle bereits ab dem 15.5.1876 mit der Eröffnung der Eisenbahnstrecke von Ducherow nach Swinemünde. Damals war es eine 360 m lange Fünfbogenbrücke. Das Drehteil wurde mit der Hand bedient, wenn ein Zug kam, um die um die Zugfahrt zu ermöglichen.

Karnin Eisenbahnhubbrücke nach Usedom Bahnwärterhaus

Ab 1908 war ein Bahnbetrieb auf 2 Gleisen möglich. Ein Ausbau erfolgte ab 1933. Gründe könnten der wachsende Tourismus und die militärische Aufrüstung gewesen sein. Auf Usedom befanden sich größere Munitionslager unter anderem in der Mellenthiner Heide und in Peenemünde wurde eine Heeresversuchsanstalt gebaut.

Eisenbahn Brücke nach Berlin von Usedom

Die historische Hubbrücke sollte schon abgerissen werden. Weil auf der Eisenbahnbrücke mehrere Turmfalken brüten, konnte der Abriss erstmal verhindert werden. Zur Zeit steht die Brücke und Denkmalschutz. Eine weitere Eisenbahnbrücke nach Usedom gibt es in Wolgast.

Karnin auf Usedom Eisenbahnhubbrücke über Peenstrom

Über das technische Denkmal auf Usedom gibt es mehrere Bücher im Buchhandel. Ein lesenswertes Buch erschien im Igel Verlag Usedom mit dem Titel "Die Eisenbahnhubbrücke Karnin" Berlin-Usedom/Uznam in zwei Stunden. Das Buch hat 108 Seiten, kostet 16,50 Euro. Geschichte Eisenbahn Usedom

Eisenbahnbrücke Karnin zwischen Usedom und Festland

In der Vergangenheit gab es schon Möglichkeiten die Eisenbahnbrücke zu besichtigen. Am sogenannten Brückentag konnte man im Rahmen einer Brückenführung die Hubbrücke besteigen. Von den Usedomer Eisenbahnfreunden wird seit einigen Jahren ein Brückenfest veranstaltet, das im Hafen Karnin stattfindet.

Ein paar technische Daten der Hubbrücke Karnin:
Gesamthöhe Hubgerüst 35 m
Gesamtlänge Hubgerüst 51,7
Gesamtlänge 360 m
Motorleistung pro Gleisteil 33 PS

Weitere Sehenswürdigkeiten in der Umgebung auf der Insel Usedom und der polnischen Insel Wolin

Salzhütten Koserow | Seebrücke Koserow | Dorfkirche Liepe | Erdöl Gnitz | Großsteingrab Lütow | Nationalpark Insel Wolin | Naturhistorischer Lehrpfad Weißer Berg Misdroy |